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Fasten- und Osterzeit St. Elisabeth (Teil 1)

Eingereicht von pr_wingerter am 23. Mär 2020 - 11:26 Uhr

Liebe Gemeinde,
liebe Mitchristen,

aufgrund der aktuellen Situation in unserem Land und in der ganzen Welt, ist das gemeinsame Feiern von Gottesdiensten auf unbestimmte Zeit nicht mehr möglich. Um Sie aber trotzdem in der Fastenzeit, während der Osterfeiertage und – wenn nötig – darüber hinaus zu begleiten, haben wir diesen Info-Kanal eingerichtet.
Wir möchten Ihnen dadurch die Möglichkeit geben, auch in diesen schweren Zeiten ein wenig das Gefühl von kirchlicher Gemeinschaft und Verbundenheit zu erfahren.
Wenn Sie Fragen haben, dürfen Sie uns gerne über diesen Kanal kontaktieren. Bitte beachten Sie, dass die ersten Texte entstanden sind, als die Corona-Krise noch nicht so weit fortgeschritten war.

Wir freuen uns, dass wir Sie durch die nächste Zeit begleiten dürfen.
Ihr Gemeindeausschuss
St. Elisabeth

Wie fing das mit der Fastenzeit 2020 in St. Elisabeth eigentlich an?

Bereits im Januar trafen sich einige Mitglieder des Gemeindeausschusses, um die Aktivitäten in der Fastenzeit zu planen. „Wie wäre es mal wieder mit einem Hungertuch?“, diese Überlegung stand früh im Raum. Dann kam der Vorschlag: „Wir könnten ja selbst ein Hungertuch gestalten!“ Die spontane Begeisterung hielt sich zwar in Grenzen, aber manchmal muss man sich von einer guten Idee eben erst anstecken lassen.

Und so nahm das Projekt seinen Lauf …

Die Leinwand, auf der das Hungertuch entstehen sollte, war allerdings zu groß für einen normalen PKW-Kofferraum – also wurde sie kurzerhand per LKW angeliefert. Bevor es am ersten Fastensonntag losgehen konnte, bekam das Hungertuch seinen blauen Grund.

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Noch ist ja nicht viel zu sehen auf dem Hungertuch. Einfach nur blau.

So wenig ist das nicht. Blau ist eine besondere Farbe. Der blaue Planet. So nennt man unsere Erde. Aus dem Weltall gesehen, erscheint sie ganz blau, weil sie aus so viel Wasser besteht.
Blau ist aber auch die Farbe des Himmels. Und da wir mit dem Himmel auch Gott in Verbindung bringen, ist blau auch eine göttliche Farbe.
Dann ist ja doch schon ziemlich viel auf dem Bild:
Unsere Erde und Gott. Fehlen eigentlich nur noch die Lebewesen – der Mensch vor allem. Vielleicht ist es ganz gut, wenn man uns Menschen erst mal außen vorlässt. Da können wir uns überlegen, wie Gott das mit seiner Schöpfung eigentlich gemeint hat. Da ist das Wasser noch sauber. Kein Kleinplastik in den Weltmeeren. Keine Erwärmung der Meere. Lebensraum für alle Arten.
Und der Mensch? Wo ist sein Platz? Noch ist er nicht da – auf unserem Hungertuch. Aber er wird kommen. Doch das dauert tatsächlich noch etwas. Erstmal muss sein Lebensraum gestaltet werden.

Gott setzte den Menschen in einen Garten.

Ein Garten ist ein idyllisches Bild. Ruhe und Schönheit und ein umweltschonender Umgang schwingen im Bild des Gartens mit. So hat sich Gott den Menschen in der Welt vorgestellt. Nicht als Zerstörer, sondern ein pflegender Umgang mit der Welt.
Aber die Lesung sagt auch, dass der Mensch das nicht kapiert hat. Übrigens bis heute nicht. Jeden Freitag gehen Kinder und Jugendliche auf die Straße, um es laut zu sagen: „So geht es nicht! So können wir nicht weiter mit der Erde umgehen!“ Aber passiert etwas? Die eigenen Lebensgewohnheiten sind halt schwer zu ändern. Wir haben uns Dinge angewöhnt und halten sie für selbstverständlich. Die eigene Bequemlichkeit ist meistens stärker als die Einsicht, dass ich etwas anders machen müsste: Ich könnte mit dem Bus fahren. Da brauche ich aber doppelt so lang wie mit dem Auto. Und laufen muss ich dann auch noch. So ähnlich kommt das doch bei vielen von uns vor. Und das Nachsehen hat die Umwelt, die Schöpfung Gottes.
Da könnte die Fastenzeit gerade recht kommen. Sie lädt zum Innehalten ein. Sie lädt dazu ein, mal etwas anders zu machen. Auch wenn es unbequem ist. Nicht gleich das ganze Leben ändern, aber einen Aspekt. Mehr Bus fahren, Plastikmüll vermeiden, weniger Fleisch. Dann kann die Schöpfung aufatmen, bekommt wieder Luft, kommt sozusagen wieder ins Blaue.

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Gott,
du schenkst uns die vierzig Tage der Fastenzeit, um einen Lebensstil einzuüben, der dazu führen kann, dass deine Schöpfung bewahrt wird.

Lass uns unsere Bequemlichkeit überwinden, damit wir erste und vielleicht auch nur kleine Schritte tun, um die Schöpfung aufatmen zu lassen.

Lass uns die richtigen politischen Schritte tun, damit unsere Erde nicht durch den Klimawandel zerstört wird.

Lass uns forschen, damit wir Entwicklungen rechtzeitig vorhersehen und dagegen steuern können.

Lass uns an die Menschen denken, die vom Klimawandel als erstes betroffen sind: Die Bewohner der Inseln in der Südsee, den Opfern von Umweltkatastrophen wie Feuer und Sturm.

Lass uns als Gemeinde daran arbeiten, dass wir auch in unserem Glaubensleben die Schöpfung nicht aus dem Blick verlieren und Schritte für ihre Bewahrung gehen.

Lass unsere Verstorbenen bei dir schon die neue Schöpfung genießen, in der alle Not und alles Leid vergangen sind.

So wollen wir versuchen, Schritte zu tun, um die Welt und deine Schöpfung zu bewahren. Sei du als Ansporn, Begleiter und Helfer bei uns. Darum bitten wir dich mit Jesus und dem Heiligen Geist, Amen.

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Das war unser erster Beitrag auf diesem "Kanal".
Weiter geht es im Laufe der Woche.
Bleiben Sie zu Hause und gesund!

 
Links
  1. http://pjnardini-ps.de/Printer/news/display/2020/3/23/fasten-und-osterzeit-st-elisabeth-teil-1/