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Fasten- und Osterzeit St. Elisabeth (Teil 51)

Eingereicht von pr_wingerter am 13. Mai 2020 - 11:28 Uhr

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Paul Josef Nardini - Studium und erste Berufsjahre

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Ein Erwachsenenschuh. Ein schöner, vielleicht sogar vornehmer Schuh. Er steht für die nächste Phase in Nardinis Leben.

Schon lange verspürt er den Wunsch, Priester zu werden. Nun hat er sein Abitur in der Tasche und kann mit dem Studium beginnen. Der Bischof schickt ich nach München. Zielstrebig führt er seine Studien durch. Nicht deshalb, weil er ein Streber war, sondern weil er knapp bei Kasse ist. Die bischöfliche Unterstützung reicht kaum zum Leben, und seine Familie kann ihn nicht unterstützen. Also will er sein Studium in kürzester Zeit beenden. Das gelingt ihm, ohne dass die Qualität leidet. Er fällt den Professoren auf, sie fördern ihn. So willigt der Speyerer Bischof ein, dass Nardini ein Jahr länger in München bleibt und 1846 seinen Doktor in Theologie macht.

Danach kehrt er nach Speyer zurück. Eigentlich hätte er hier noch ein Jahr zu studieren, aber der Bischof erlässt ihm dieses Jahr und weiht ihn am 22. August 1846 zum Priester.

Nardini wird Kaplan in Frankenthal. Allerdings muss er zuerst eine Lungenentzündung auskurieren und wieder zu Kräften kommen. Kaum ist er in Frankenthal ein wenig heimisch geworden, da wird er vom Bischof versetzt. Seine neue Stelle kennt Nardini gut. Es ist das Konvikt in Speyer, in dem er selbst ja so viele Jahre gelebt hatte. Dort übernimmt er die Leitung. Seine Begeisterungsfähigkeit gerade auf junge Menschen hat den Bischof bewogen, ihm diesen Posten anzuvertrauen.

Es sind keine einfachen Jahre. Die Revolution ist 1848 aus Frankreich nach Deutschland übergeschwappt. In Frankfurt kommt das erste deutsche Parlament zusammen, Könige und Minister müssen Macht abgeben. Die Kirche steht den revolutionären Strömungen kritisch gegenüber. Zu oft entdeckt die Kirche antireligiöse Züge in den Forderungen der Revolutionäre. So entstehen in dieser Zeit die sogenannten Piusvereine. Sie wollen das katholische Leben fördern, das Selbstbewusstsein der Katholiken stärken, Recht und Gesetz sichern und die katholische Bevölkerung durch Vorträge bilden und ihnen dadurch zu einer kritischen Einschätzung der revolutionären Parolen verhelfen. Nardini engagiert sich in mehreren dieser Vereine in der Umgebung von Speyer.

Nach vier Jahren wird Nardini wieder versetzt. Er freut sich darüber. Er darf endlich in die Pfarrseelsorge. In ihr sieht er sein eigentliches Arbeitsfeld. So kommt er nach Geinsheim. Ein Dorf, geprägt von Landwirtschaft. Er trifft nicht gerade beste Umstände an. Die Seelsorge liegt am Boden. Aber Nardini zieht die Einwohner von Geinsheim in seinen Bann. Das religiöse Leben blüht auf. Nardini ist aber nur Pfarrverweser in Geinsheim. Als die Pfarrstelle ausgeschrieben wird, da kommt Nardini nicht zum Zuge. Stattdessen versetzt ihn der Bischof nach Pirmasens. In den Augen des Bischofs eine der schwierigsten Pfarreien des Bistums. So tritt er am 07. Mai 1851 die Stelle in Pirmasens an. Sie sollte sein Schicksal werden.

Auch hier sind es wieder zwei Dinge, die mir für das Leben Nardinis wichtig erscheinen. Da ist die Achtung, die ihm die Vorgesetzen entgegenbringen. Er wird sie für seine Seelsorge in Pirmasens geschickt ausnutzen.

Und seine Begeisterungsfähigkeit, die in Geinsheim auf fruchtbaren Boden fiel. Nardini kann, als er in großer Not in Pirmasens nicht mehr weiterweiß, auf Geinsheimer Frauen bauen, die sich für seine Ideen begeistern.

Bleiben Sie gesund!

 
Links
  1. http://www.pjnardini-ps.de/file.php?file=downloads/video059.mp4
  2. http://pjnardini-ps.de/Printer/news/display/2020/5/13/fasten-und-osterzeit-st-elisabeth-teil-51/