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Eingereicht von homepage am 17. Jan 2018
P1310056b_mini.jpgAm Sonntag, 14.01. fand im Anschluß an den Gottesdienst in der Kirche im Jugendhaus St. Anton der Neujahrsempfang der Pfarrei statt. Mit dabei war eine Abordnung der Sternsinger, die am Beginn des Empfangs mit Liedern und Texten die Botschaft der Weihnacht und die Segenswünsche für das neue Jahr zu Gehör brachten. Nach der Ansprache durch die Pfarreiratsvorsitzende Andrea Rubeck und dem gemeinsamen Impulslied 'Gemeinsam den Aufbruch wagen' ging man über in den gemütlichen Teil mit Sekt und einem kleinen Imbiß.

Text der Ansprache der Pfarreiratsvorsitzenden Andrea Rubeck:

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder, liebe Jugendliche!

Ich begrüße Sie und Euch zum 3. Neujahrsempfang unserer Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini, der zum 2. Mal hier im Jugendhaus St. Anton stattfindet.

Mein Dank gilt dem Gemeindeausschuss St. Anton und allen weiteren ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die heute diese Veranstaltung möglich machen. Bedanken möchte ich mich beim Pastoralteam, bei den haupt- und nebenamtlich Beschäftigten und bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus unseren Gemeinden und Gemeindeteilen St. Anton, St. Pirmin, St. Josef, St. Elisabeth, Seliger Rupert Mayer und Christ König – die tätig sind in Räten, Gemeindeausschüssen, Kirchenchören, in der Kunststube St. Pirmin, als Messdiener, Sternsinger uvm. und u.a. auch als Kirchensanierer in Fehrbach.

2017 war ein Jahr der unterschiedlichsten Ereignisse und Emotionen. Wir feierten viele Feste auf Gemeinde- und Pfarreiebene: z.B. 40 Jahre Gemeindezentrum St. Elisabeth. Hier kann ich sagen: Ich war dabei – nicht nur beim Jubiläums-Gottesdienst sondern auch bei der Grundsteinlegung. Jetzt können Sie selbst nachrechnen, wie jung ich bin.

Aufgrund von der Diözese Speyer angeordneten Sparmaßnahmen gab es einen Anlass, der Trauer, Enttäuschung, Wut und viele Diskussionen hervorgerufen hat: die Kirche Christ König mit Pfarrhaus und Pfarrheim wurde verkauft. Trauer darüber, etwas Liebgewonnenes, Vertrautes, etwas, was einem über viele Jahre und Jahrzehnte ans Herz gewachsen ist, unwiederbringlich verloren zu haben. Enttäuschung und Wut darüber, vor vollendete Tatsachen gestellt und nicht frühzeitig in Entscheidungen mit einbezogen worden zu sein. Dies führte dazu, dass sich viele Gemeindemitglieder nicht ernst genommen fühlen, und wie es bei einer Pfarrversammlung zum Ausdruck kam: Sie fühlen sich vor die Tür gesetzt. Auch wenn es aus betriebswirtschaftlicher Sicht wohl keine andere Wahl gab, sind diese Emotionen und Empfindungen durchaus verständlich und nachvollziehbar. Wenn so etwas passiert, ist der Gedanke eigentlich, dass man von der alten in eine neue Kirche aufbricht, doch hat ein Profanierungsgottesdienst, bei dem die Kirche durch ein Dekret des Bischofs entweiht wird, eher etwas von einem Beerdigungsritus. Für die Gläubigen ist der Verlust „ihrer Kirche“ ein äußerst schmerzhafter Prozess, bei dem sie die Möglichkeit haben sollten, sich über einen längeren Zeitraum damit auseinanderzusetzen und darauf vorzubereiten. Dies wurde versäumt und kann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber wir sollten und müssen daraus lernen. Dass die Menschen wirklich eine neue Heimat in einer anderen Kirche finden, kann nicht durch einen Ritus erreicht werden. Es ist zu einseitig gedacht, zu sagen, wenn die eine Kirche zumacht, dann geht doch zu einer anderen, es gibt ja noch einige in Pirmasens. Jahrzehnte alte Strukturen und Traditionen aufzubrechen und zu ändern ist schwer. Es braucht seine Zeit. Aber es sind auch Anfänge gemacht, z.B. durch den Zusammenschluss zweier Kirchenchöre: Christ König und St. Elisabeth.

Es ist höchste Zeit, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie unsere Kirche wieder attraktiv und auch transparent werden kann, damit die Kirchenmit-glieder nicht wegbleiben oder austreten, sondern dabei bleiben, sich engagieren, wieder einsteigen oder auch neue Mitglieder dazu kommen. Die Kirche verfügt über einen enormen Bekanntheitsgrad, von dem andere nur träumen können, sie kann diesen aber kaum für ihr Image nutzen.

Überlegungen wie „Christ König war die erste, aber sicherlich nicht die letzte Kirche, die geschlossen wurde“, sollten wir unterlassen. Nur Streichkonzert, das kann es nicht sein und ist auch wenig hilfreich. Durch die Erstellung eines Pastoralen Konzepts gilt es, eine Vision, ein Zukunftsbild unserer Pfarrei zu entwickeln. Wofür stehen wir? Wo wollen wir hin? Mit wem setzen wir uns für wen ein? Was wollen wir positiv verändern, neu angehen? Was soll in Zukunft Vorrang haben? Diese Fragen und viele mehr müssen wir uns stellen. Zum einen die gewählten Mitglieder im Pfarrei- und Verwaltungsrat und in den Gemeindeausschüssen bei der im Frühjahr geplanten Klausurtagung, aber auch alle Pfarreimitglieder, denen unsere Pfarrei mit ihren Gemeinden am Herzen liegt. Deshalb mein Wunsch und meine Bitte an Sie alle:

Wagen Sie den Aufbruch - Entwickeln Sie Ideen und Visionen – Sagen Sie Ihre Meinung - Nehmen Sie z.B. an Pfarrversammlungen teil - Gelegenheit dazu gibt es schon nächste Woche zur gleichen Zeit am gleichen Ort! Jeder Mensch hat sein Charisma, seine Begabung. Der Erneuerungsprozess wird nur dann in Schwung kommen, wenn jeder so mutig ist, seine Fähigkeiten, seine Talente nicht für sich zu behalten. Kirche lebt von der Beteiligung aller!

Die Kölner Gruppe Höhner hat in ihrem Handball-Song folgenden Refrain gesungen, den wir durchaus auch auf unsere Pfarrei übertragen können: Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht hier, sag mir wo und wann? Wenn nicht wir, wer sonst? Es wird Zeit. Komm wir nehmen das Glück in die Hand. Dann können wir hoffentlich in Zukunft sagen: Wir müssen keine Kirche mehr schließen und verkaufen, da wir vor Ort in unseren Kirchen und Gemeinden präsent sind und mit Gottes Hilfe dort gemeinsam aktiv das Leben gestalten."